kfd Sprecherin Christa Wassenberg begrüßt die 125 Frauen

Unter dem Motto „Sprudeln – spießen – wachsen“ hatten der kfd Landesvorstand mit der ‘AG Jubiläum’ für 125 Teilnehmerinnen ein umfangreiches Programm an einem Frauentag in der katholischen Akademie Stapelfeld vorbereitet.
kfd Frauen aus Steinfeld nehmen begeiestert an dem Frauentag teil
Den Auftakt bildete ein Gottesdienst mit Weihbischof Heinrich Timmerevers. Er gratulierte in seiner Predigt den kfd Frauen zu einem lebendigen und tragenden Verband. Dabei erinnerte er sich auch an seine eigene Zeit als kfd Präses (1993-2000) und an die Frauen der ersten Stunde.
Projektchor unter der Leitung von Regina Behrmann-Löningen
Im folgenden Festakt verglich die Sprecherin Christa Wassenberg die Gründung mit den Geschehnissen des Gründungsjahres 1989, in dem der Ruf ‘wie sind das Volk’ zur Wiedervereinigung führte. Die Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen überbrachte ihre Grüße an den Landesverband.
Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen spricht zu den Frauen des Landesverbandes
Die kfd müsse klare Position zum Wohle der Frauen und der Gesellschaft beziehen, machte Opladen in einer nachmittäglichen Diskussionsrunde klar. Seine Vorläufer waren Ende des 19. Jahrhunderts sognannte „Bet- und Notgemeinschaften der christlichen Mütter“, die teilweise sogar unter dem Namen „Bruderschaften der christlichen Mütter“ firmierten. Diese Terminologie zeige, wie ungewöhnlich es damals gewesen sei, dass Frauen sich organisieren, sagte Opladen. Sie könne sich noch daran erinnern, wie 1958 das Zustimmungsrecht der Ehemänner abgeschafft wurde, wenn ihre Frauen einen Beruf ausüben wollten. Das sei heute anders, die Frauen hätten sich emanzipiert. Und dennoch würden sie noch viele Benachteiligungen erfahren.
So müssten Frauen immer noch deutliche berufliche und finanzielle Nachteile in Kauf nehmen, wenn sie sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörigen kümmerten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine gerechte Rentenpolitik und die Altersarmut bezeichnete Opladen daher als wichtige kfd Themen. Ein so großer Verband werde politisch gehört, zeigte sie sich sicher. „Die Mütterrente hätte es ohne uns nicht gegeben“, sagte die politisch versierte Bundesvorsitzende, sie selbst zehn Jahre im Nordrhein-Westfälischen Landtag gesessen hatte. Doch wie Kindererziehungszeiten müssten auch Pflegezeiten in die Rentenberechnung einfließen, forderte sie. Heftig kritisierte Opladen in dem Zusammenhang ungleiche Löhne von Männern und Frauen. Altersarmut sei meist weiblich, sagte sie. Die vielen Minijobs gäben Frauen keine soziale Absicherung im Alter.
Ein hochaktuelles und wichtiges Thema, in das sich Frauen mehr einmischen sollten, sei die Diskussion um die Legalisierung der Sterbehilfe. „Wir müssen entscheiden, was uns ein Leben wert ist“, betonte sie. Die Freigabe der aktiven Sterbehilfe wäre ein Dammbruch, der neben Totkranken und Sterbenden auch andere Gruppen wie z.B. Menschen mit Behinderung in den Fokus weiterer Diskussionen stellen könnte. „Die Legalisierung würde u.U. einen großen Druck auf die Betroffenen ausüben“, warnte sie. Die kfd setze sich daher ganz klar gegen die Freigabe ein. Gleichzeitig müsse aber die bestehende Landschaft der Hospiz-und Palliativeinrichtungen ausgebaut werden. „Wir setzen uns dafür ein, dass beide Faktoren in einem gemeinsamen Gesetz verankert werden“, versicherte Opladen.
(Ludger Heuer, Presseverantwortliche BMO)