Protest am Equal pay day

v.l.: Ulrike kl. Hillmann; Elidsbeth Gronemeyer; Hiltrud Taphorn, Hiltrud Kastler, Bernadette Zurwellen, Mechtild Pille


Kfd will geringere Löhne für Frauen nicht hinnehmen
Dümmerlohausen, Oldenburger Land, 20.3.: Frauen verdienen in vielen Berufen trotz gleicher Qualifikation und Aufgaben deutlich weniger als Männer. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren es 2014 durchschnittlich 21,6 Prozent. Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 79 Tage, vom 1. Januar bis zum 19. März 2016, umsonst. Darauf machte Mechtild Pille, Referentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), gestern beim politischen Frauenfrühstück der kfd zum internationalen Equal pay day, dem Tag der Entgeltgerechtigkeit, in Dümmerlohausen aufmerksam. Die achtzig Frauen, die der Einladung gefolgt waren, bekamen das Thema zuerst mit harten Fakten, dann kabarettistisch durch die ‚bunten-frauen-visbek‘ erklärt.
Frauen arbeiten häufiger in Niedriglohnberufen und –branchen (z.B. Pflege, Erziehung, Hauswirtschaft und Reinigung), wegen der Familie oft in Teilzeit und sie besetzen seltener Führungspositionen. „Doch auch bei vergleichbaren Aufgaben sind sie schlechter eingestuft“, sagte Pille. Eine Großhandelskauffrau verdient mit durchschnittlich 2.188 € Brutto im Schnitt 504 € weniger als ihr männlicher Kollege, bei einer Informatikerin sind es 3.590 € zu 3.971 €, bei einer Bankkauffrau 2.967 € zu 3.682 €. Aus diesen Benachteiligungen im Arbeitsleben resultieren geringere Renten und häufiger Altersarmut bei Frauen. Die Lohnlücke von 22 Prozent steigere sich im Alter zu einer Rentenlücke von 59 Prozent. Der Entgeltunterschied von 21,6 Prozent in Deutschland wird in Europa nur noch in Österreich und Estland übertroffen, machte Pille klar. Am niedrigsten fällt er in Slowenien mit zwei Prozent aus, europaweit liegt er bei 16 Prozent.
Um diese Nachteile für Frauen zu beenden fordert die kfd eine gesetzlich vorgeschriebene Lohntransparenz zwischen Männern und Frauen, die Umwandlung aller Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und die Herausführung haushaltsbezogener Dienstleistungen aus der Illegalität. Unterstützt wird die kfd dabei vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Sozialverband Deutschland, dem Deutschen Frauenrat und dem Bundesfrauenministerium.

Weitere Informationen unter www.equalpayday.de.

Ludger Heuer