- Kfd vor Ort
Lichtblicke 15. Dezember

Lichtblicke im Alltag
Advent heißt nicht, dass alles nur licht und hell ist.
Advent – das ist auch das Dunkel, die Einsamkeit, die Nacht, die Zeit, in der ich warte, und offen bin für das Unerwartete;
die Zeit, in der ich zurückgeworfen bin auf mich selbst, weil jegliche Aktivitäten fehlen.
Unser Leben ist manchmal so seltsam, so unbegreiflich.
Es gibt Tage, da scheint die Sonne, da leuchtet das Licht (in mir), dann bin ich gut zufrieden; da kann ich das Leben genießen und mich einfach nur freuen. Aber ebenso gibt es Zeiten, da wird es plötzlich dunkel, schwer und trüb.
Während die Welt um mich herum adventlich beleuchtet wird, kommt es mir vor, als würde jemand das Licht in mir auslöschen.
Ich komme nach Hause, die Wohnung ist kalt, ein Blick auf den Anrufbeantworter, keine Nachricht ... irgendwie habe ich das Bedürfnis mit jemanden zu sprechen ...zu spät, niemand ist da ... Traurigkeit, Einsamkeit überfällt mich.
Ich weiß, dass Traurigkeit und Einsamkeit sein dürfen. Tränen dürfen fließen, auch diese Gefühle gehören zu mir – ich muss sie nicht ‚wegdrücken’, verdrängen.
Und dann, ja wenn ich vielleicht gar nicht damit rechne, taucht ein Licht am Horizont auf:
Eine Freundin, die gerade im rechten Moment anruft, die mir ihre Zuneigung zeigt, die selbstverständlich für mich da ist, eine Mail, die mich aufrichtet, ein erfreulicher Brief, ein überraschender Besuch, ein anerkennendes Wort und es sieht plötzlich wieder heller aus – in mir und um mich herum.
©Petra Focke